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presse - rezensionen

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OisínMcKenna: Hitzetage. Roman. Aus dem Englischen von Hans-Christian Oeser und Alexandra Titze-Grabec. Salzburg: Residenz Verlag, 2026.

Es ist heiß im Sommer 2019 – wie eine Kuppel stülpen sich Hitze, Dunst und Druck über London. Die Berichterstattung zum am Ufer der Themse gestrandeten Wal rahmt Oisín McKennas Debütroman, der vor Menschlichkeit und Mitgefühl nur so strotzt. Im Zentrum stehen Freund*innenschaften, lose Verbindungen und Liebesbeziehungen, die allesamt auf der Kippe zu stehen scheinen – und in der brodelnden Stadt überzukochen drohen. In der Übersetzung von Hans-Christian Oeser und Alexandra Titze-Grabec entsteht hier ein Sog: Die Buchseiten scheinen nach Londons Abgasen und schalem Bier zu riechen, nach Verzweiflung und Lebensplanung und der Frage, wer man eigentlich ist und sein will im Angesicht von Wirtschaftskrisen, Endzeitstimmung und Schicksalsschlägen. Während die Figuren zwischen Alltag, Partys und innerer Orientierungslosigkeit treiben, muss man einer Tatsache ins Auge blicken: solch sensible, menschenzugewandte und zugleich scharf beobachtete Debütprosa ist selten. Ein einprägsames Debüt mit Schwerpunkt auf queeren Lebenskonzepten.


(Mara Becker, Eliport - Evangelisches Literatuportal, 31. Mai 2026)

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