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Judith Wright: Schweigen zwischen Wort und Wort. Herausgeben, mit einem Nachwort und Anmerkungen versehen von Hans Petersen. Nachdichtungen aus dem Englischen von Karl Heinz Berger, Hans-Christian Oeser und Klaus-Dieter Sommer. Berlin: Verlag Volk und Welt, 1990.
 

Die schmale Auswahl aus Judith Wrights umfangreichem lyrischem Werk ist dennoch repräsentativ für ihre Thematik wie ihre Ausdruckskraft. Stein des Anstoßes bilden bedauerlicherweise die Übersetzungen, in denen Fehler und sprachliches Ungeschick zu sehr überwiegen, als daß man darüber hinwegsehen könnte. (...)

      Gelegentliche grobe Schnitzer mögen noch verzeihlich sein (...). An die Substanz eines ganzen Gedichtes rührt es hingegen, wenn in den Gedanken über den Eukalyptusbaum und den australischen Nationalcharakter die Neigung beider, informal zu sein, zur "Formlosigkeit" umgeschrieben wird (...). Auf falsche Fährten führen die Übersetzungen auch dort, wo Wörter der australischen Alltagssprache in ein sehr kryptisches Deutsch verwandelt werden (...).

      Nein, man wird dieser Übersetzungen nicht recht froh, denn sie sind zu ungenau, um den Originalen zu entsprechen, und zu unpoetisch, um für sich selbst zu stehen. Aber dem Zugang der deutschen Leser zu Judith Wrights Werk dürften sie hoffentlich nicht ernsthaft im Wege stehen. Das wäre schade, denn in diesem kleinen Band wird das Werk einer Lyrikerin vorgestellt, die zu kennen der Kultur eines geeinten Deutschland wahrhaftig nur zuträglich seiu kann.

(Gerhard Schulz, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 19. Dezember 1990)

 

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