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Eoin McNamee: Belfaster Auferstehung. Roman. Aus dem Englischen von Hans-Christian Oeser. Hamburg: Rotbuch, 1996.

 

 

Seine Sprache ist ein wenig mit Bildern überfrachtet, manchmal etwas gestelzt, was an der Übersetzung liegen mag. Mich stören die blutigen Mordszenen, die das Buch durchziehen; mein Eindruck ist, daß der Autor von Gewalt fasziniert ist, keine Distanz zu dem Thema hat.

(Irmgard Behnke, ekz-Informationsdienst, 41/42, 1996)

 

 

Eoin McNamee, der selbst im nordirischen County Down zur Welt kam, schreibt eine verstörende Sprache voller hypnotischer Bilder. Die Straßennamen lesen sich wie Geheimcodes. Worte und Phrasen (...) demonstrieren, wie man dem Grauen den Anstrich von Notwendigkeit und kühler Sachlichkeit verleiht. Sperrig wie Stolpersteine sind die Sätze, die Hans-Christian Oeser in ein seltsam stockendes Deutsch übertragen hat. Und Adjektive, knapp jenseits ihres ursprünglichen Sinns gebraucht, beschreiben eine Welt, die aus den Angeln gehoben ist.

(Ruth Bender, Kieler Nachrichten, 8. November 1996)

Der Erzähler nimmt sich zudem die Butter häufig selbst vom Brot, indem er die aufgebaute Spannung durch Vorgriffe in Luft auflöst. Da derlei mit einer bisweilen zähen Übersetzung gepaart ist (...), ist es traurig, aber wahr: Der mitreißende neue Roman über den Nordirland-Konflikt ist weiterhin eine Fiktion.

(Thomas Leuchtenmüller, Neue Westfälische Zeitung, 16. November 1996)

Die Geschichte ist sehr spannend. Aber das ergibt sich nur zum geringsten Teil aus dem Begehren des Lesers, zu erfahren, wie es weitergeht. In diesem Buch ereignet sich das Abenteuerliche Satz um Satz. McNamees Sprache ist es, die den Leser weiter treibt. Hans-Christian Oesers ausgezeichnete Übersetzung hält mit dem Original Schritt. McNamee schreibt mal lapidar, sich auf das Faktische beschränkend, wie die Berichte der Gerichtsmedizin und Polizeiprotokolle es tun. Dann wieder umgreift er die gewundenen Wege der Seele in einer einzigen glücklichen Metapher.

 

(Franziska Augstein, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 7. Dezember 1996)

Hah! Die sollten mal Eoin McNamee zwischen die Finger bekommen, einen ziemlich wilden Burschen, dessen brillantes, aber nicht allzu befriedigend übersetztes Debut Belfaster Auferstehung das Bild eines leicht irre in sich hineinnuschelnden Propheten der Troubles heraufbeschwört.

(Quelle unbekannt, 1996)

Dies ist nach zwei längeren Erzählungen McNamees erster Roman Sein Übersetzer Hans-Christian Oeser hat genau den richtigen Ton getroffen, sei es in den Dialogen, sei es in den poetischen Passagen, die diesen Thriller durchziehen.

(Evelyn Schlag, Die Presse, 11. Januar 1997)

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