Hans-Christian Oeser / Jürgen Schneider: James Joyce. Frankfurt am Main: Suhrkamp, 2007

Der Name James Joyce ist ein Synonym für den herausragenden englischen Roman des 20. Jahrhunderts. Die Spannung zwischen naturalistischen und symbolistischen Schreibformen, die Darstellung von Bewusstseinsvorgängen durch den inneren Monolog sowie die stilistische Brillanz der verrätselten Sprache â- all dies ergibt, kombiniert mit der Kritik an klerikaler Engstirnigkeit, repressiver Sexualmoral und nationalistischer Beschränktheit, ein unverwechselbares Profil. Joyces Leben, Werk und Wirkung präsentieren Hans-Christian Oeser und Jürgen Schneider in ihrem konzisen und präzisen Buch verständlich und gut lesbar. Weit war der Weg des Iren, der aus einer verarmenden, kinderreichen Kleinbürgerfamilie in Dublin stammte und bis an die Spitze der dichterischen Avantgarde in Paris gelangte. Komplex sind nicht nur die Bezüge in «Ulysses» und «Finnegans Wake», sondern auch jene in Joyces lyrischen und dramatischen Arbeiten. Und immens ist der Nachhall, den der «Vater der Moderne» in Literatur, Musik und bildender Kunst erzeugt hat; zu den Inspirierten zählen Umberto Eco, Paul McCartney und Joseph Beuys. Fotos und Zeichnungen, Zitate aus Briefen und Rezensionen, Zeittafel und Bibliographie ergänzen die Analysen Oesers und Schneiders auf vortreffliche Weise.


(tlm, Neue Zürcher Zeitung, 10. Februar 2007)

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