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Brendan Behan: Mrs. Murphys letzte Züge und andere Erzählungen. Aus dem Englischen und Irischen übersetzt von Hans-Christian Oeser. Hamburg / Zürich: Edition Nautilus / Edition Moderne, 1990.

In den Jahren, da Behan noch nicht systematisch seine Gesundheit untergraben hatte, verfaßte er eine Reihe von Kurzgeschichten und Prosaminiaturen, die sich bei aller Lust am Fabulieren durch eine schon von der Form erzwungene Ökonomie, Konzentration und Sachlichkeit auszeichnen.

      Diese Erzählungen sind zum größten Teil erst im Nachlaß und auf deutsch entweder noch gar nicht oder nur verstreut veröffentlicht worden. Zu ihnen gehört auch die Geschichte von Mrs. Murphy. Diese und sechs weitere sind jetzt in einem Band erschienen, der auch Fotos und ein sehr schönes Nachwort des Behan-Kenners und -Übersetzers Hans-Christian Oeser enthält.

(Martin Hielscher, Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt, 22. Juni 1990)

Diese und andere Stories, von Hans-Christian Oeser sauber übersetzt, liegen jetzt erstmals in Buchform vor. Der einzige Nachteil: man ist zu schnell damit fertig, man möchte mehr. [...] Ein Grund mehr, ihn (Brendan Behan) in diesem sorgfältig edierten Band als Geschichtenerzähler kennenzulernen.

(Paul Ingendaay, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 14. Juli 1990)

Seine kurzen Prosaskizzen, im Englischen im Band "After the Wake" versammelt, sind vor seinen Exzessen entstanden, die zum Tod - beinahe muß man sagen: zum Freitod - des schwer Zuckerkranken führten. Sie sind das Beste, was er hinterlassen hat: zynisch, zärtlich, skurril, irisch, besser sogar als seine seltsam zerfaserten Theaterstücke.

      In der vorzüglichen deutschen Übersetzung Hans-Christian Oesers sind sie verstreut geblieben, sporadisch von Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht worden [...]. Jetzt hat Oeser sie in einem schmalen Band sammeln und veröffentlichen können, übrigens in deutsch-schweizerischer Verlagskooperation, einer seltenen Form der Buchproduktion, die zu einer Erscheinung wie Behan paßt wie angegossen. Sieben Erzählungen, wie sie von keinem anderen geschrieben, herausgestoßen, in moderne Folklore hätten verwandelt werden können, außer von ihm. Funkelnder Abschaum.

(Heinz Ohff, Der Tagesspiegel, 5. August 1990)

[...] eine sehr gute Übersetzung, die dem aufmerksamen Leser ein von Verbundenheit und Vertrautheit geprägtes Bild Irlands vermittelt.

(Dagmar Niedereder, Buchkultur, H. 6/1990)

Seine Vitalität scheint gut angekommen zu sein, denn selbst Hans-Christian Oeser, der Übersetzer der [...] Erzählungen, diagnostiziert mit der stupiden Gnadenlosigkeit des Literaturtherapeutikers [...]. Dem Literaturromantiker sei sein blumiger Befund verziehen: Seine Behan-Übersetzung ist vorzüglich, und man kann sich nirgendwo besser als bei den sieben (teilweise zum ersten Mal bei uns veröffentlichten) Erzählungen von der Warmherzigkeit, der Kreativität und Konzentration, von der stilistischen Akkuratesse, ja von der geradezu programmatischen Harmlosigkeit und Ernsthaftigkeit des Dubliner Rauhbeins überzeugen.

(Wolfgang Brenner, tip. BerlinMagazin, Nr. 7/1990)

Die posthum zuesammengetragenen, etwas unbeholfen übersetzten Kurzerzählungen wirken in ihrer Ich-Form und dem Stil insgesamt wie spontane Erinnerungen aus dem unruhigen Leben zwischen Knast und Kneipe: schnodderig, gelegentlich brutal, komisch und todtraurig und dabei immer entwaffnend ehrlich und menschlich.

(Irmgard Andrae, ekz-informationsdienst, Nr. 26/1990)

Hans-Christian Oesers "Nachwort" bietet sowohl authentische Informationen zu Behans Leben als auch zu dessen Werk.

      Und seine kongeniale Übersetzung macht die Lebendigkeit der Texte über Alkohol, Katholizismus, Selbstbehauptung und Tod nun auch dem deutschsprachigen Leser zugänglich: dafür sei ihm und dem Verlag gedankt. Fotos, ausführliche Quellenangaben und die gediegene äußere Erscheinung lassen einen das Buch gern zur Hand nehmen.

(Richard Wall, Gegenwart)

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