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Maeve Brennan: Der Morgen nach dem großen Feuer. Erzählungen.

Aus dem Englischen von Hans-Christian Oeser. Göttingen: Steidl, 2009.

 


Gerade ist der mittlerweile vierte Band mit Geschichten von Brennan erschienen. Hans-Christian Oeser hat den schnörkellos eleganten Stil dieser Erzählerin wiederum vorzüglich ins Deutsche gebracht.


(Holger Schlodder, NDR, 11. März 2009)



Brennan verarbeitete in ihren Geschichten Autobiografisches und Übertragenes und spinnt daraus den Stoff, aus dem das Leben besteht. Ihre Lebensberichte sind anrührend aufgrund des direkten Stils ihrer Sprache. Erst der nüchterne Tonfall Brennans, den Hans-Christian Oeser perfekt ins Deutsche übertragen hat und dafür völlig zu Recht für den Leipziger Übersetzungsbuchpreis nominiert wurde (um schließlich der wahrhaft kongenialen Saul Bellow-Übersetzung von Eike Schönfeld zu unterliegen), bricht die innere Dramatik der Erzählungen in ihrer Tiefe auf und lässt den Leser angesichts dieser Schicksalsschläge rat- und fassungslos zurück. Irritierend die Verwendung der alten Rechtschreibung, die allein aufgrund der Beibehaltung des Werkcharakters ihre Rechtfertigung findet.


(Thomas Hummitzsch, literaturkritik.de, 8/2009)



Dem Engagement des in Dublin lebenden Übersetzers Hans-Christian Oeser ist es zu verdanken, dass die irisch-amerikanische Schriftstellerin Maeve Brennan dem deutschen Lesepublikum bekannt gemacht wurde. 2003 erschien die Novelle „Die Besucherin“, die wenige Jahre zuvor in einem New Yorker Archiv entdeckt worden war, allerdings ein halbes Jahrhundert nach ihrer Entstehung. Maeve Brennan wurde 1917 in Dublin geboren und siedelte 1934 mit ihrer Familie in die USA über. Sie arbeitete beim berühmten Literaturmagazin ‚The New Yorker’ und veröffentlichte dort sowohl journalistische als auch literarische Arbeiten. Ihr Heimweh nach Irland drückte sich darin aus, dass sie ihre Geschichten in Dublin ansiedelte. Zu Lebzeiten war ihr nur wenig Ruhm als Schriftstellerin beschieden; nach ihrer Scheidung 1969 lebte sie ein unstetes Leben und musste gelegentlich in psychiatrische Kliniken eingewiesen werden. Sie starb 1993 einsam und mittellos in New York. Nach den Geschichten von „Mr. und Mrs. Derdon“ und dem Erzählband „Der Teppich mit den großen pinkfarbenen Rosen“ erschien in diesem Jahr „Der Morgen nach dem großen Feuer“. Sunnyi Melles liest drei Geschichten von Maeve Brennan, in der Übersetzung von Hans-Christian Oeser, in AM MORGEN VORGELESEN auf NDR KULTUR.


(Ulrike Sárkány, NDR Kultur, 19.10. – 21.10.2009)



Am Morgen nach dem großen Feuer hat die kleine Maeve ihren großen Auftritt: Aufgeregt schwirrt sie los und gibt in der Nachbarschaft zum besten, was sie über den Brand der Autowerkstatt aufgeschnappt hat. Das Mädchen genießt den kurzen Ruhm und – vielleicht zum ersten Mal – das Glück, eine Geschichte erzählen zu können. Sieben autobiographische Erzählungen bilden den Auftakt des neuen Buchs der großen irisch-amerikanischen Schriftstellerin Maeve Brennan (1917 bis 1993): Mit zartem Strich und einer Portion Selbstironie skizziert Brennan ihre Kindheit und Jugend im Dublin der zwanziger und dreißiger Jahre. Dort spielen auch die weiteren Erzählungen des Bandes, in denen die Autorin genüsslich ihre Mitmenschen aufs Korn nimmt: die unwillige Braut, die ihr Leben vergeudet, die machthungrige Toilettenfrau, die unversehens in ihre Schranken gewiesen wird, die Möchtegern-Künstler, die wider alle Vernunft an ihren Träumen festhalten. Maeve Brennan gilt international als eine der aufregendsten literarischen Wiederentdeckungen der letzten Jahre. Sie hinterließ unvergessliche Geschichten voller elegantem Witz und analytischer Schärfe. Dass diese Erzählungen nun auch im deutschsprachigen Raum ihre Leser finden werden, verdanken wir der versierten Übersetzung von Hans-Christian Oeser, deren stilistische Meisterschaft dem Original in nichts nachsteht.


(literaturport, 29. Januar 2009)



Die vorzüglichen Übersetzungen von Hans-Christian Oeser bringen Maeve Brennans schnörkellos eleganten Stil auch diesmal wieder vorzüglich ins Deutsche: den erbarmungslosen Blick auf häusliches Unglück, diese Sätze von hypnotischr Klarheit, die den Leser im Innersten treffen können.


(Darmstädter Echo, 14. April 2009)

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