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presse - rezensionen

Louise Kennedy: Red. Roman. Aus dem Englischen von Hans-Christian Oeser und Claudia Glenewinkel. Berlin: Claassen, 2026.​​​

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​Der Roman braucht vieles gar nicht auserzählen, um es eindringlich zu vermitteln. Seine Wucht liegt im Verschweigen und Kennedys Kunst in der Aussparung. Nicht zuletzt damit erweist sie sich als große irische Erzählerin. Die Autorin Louise Kennedy, wie ihre Heldin Jahrgang 1967, hat mit Mitte fünfzig debütiert. Ihr erster Roman „Trespasses“, deutsch „Übertretung“, eine brandgefährliche Liebesgeschichte aus dem nordirischen Bürgerkrieg, wurde vor vier Jahren ein großer Überraschungserfolg. Spätestens mit diesem zweiten Roman, der jetzt zeitgleich zum Original in Hans-Christian Oesers und Claudia Glenewinkels ebenso subtiler wie wunderbar kundiger Übersetzung erscheint, steht felsenfest: Die legendäre Literaturtradition dieses bewegten Landes setzt sich in Kennedys Werk meisterlich fort.

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(Tobias Döring, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 23. September 2026)

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