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F. Donald Logan: Die Wikinger in der Geschichte. Aus dem Englischen übersetzt von Hans-Christian Oeser. Stuttgart: Reclam, 1987.

 

 

Diese Vorgänge werden von Logan für die einzelnen Länder faktenreich nachgezeichnet, wobei er zahlreiche Quellen - leider in oft ungenauen und nie nachgewiesenen Übersetzungen - ausführlich zitiert, ohne daß dabei allerdings über die Ausbreitung umfangreichen Materials hinaus eine als Einführung wirklich brauchbare Synthese entstünde. Schließlich trägt auch die recht schwerfällige Übersetzung kaum zu einer erhellenden Lektüre bei.

 

(Eduard Mühle, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9. Juni 1987)


Leider hat die deutsche Ausgabe vermeidbare Schwächen hinzugefügt. Der Übersetzer ist des Altnordischen offenbar nicht mächtig, und so wimmelt es in den betreffenden Passagen von falschen Genera und falschen Pluralbildungen. Weiter fehlt dem Übersetzer die Vertrautheit mit dem maritimen Milieu: Der Mast eines Wikingerschiffes stand, von einem mächtigen Kielschwein gehalten, in einer Mastspur, nicht in einer Hüsing, denn das ist eine dünne Leine aus drei Fäden; das Steuerruder wurde an einer Art Knopf befestigt, nicht an einer "Warze".


(U. Schnall, Hansische Geschichtsblätter, 106/1988)

Den flüssig formulierten Bd. ergänzt die Erörterung wichtiger Forschungsfragen wie etwa der Wikinger in der Neuen Welt und der gefälschten Vinland-Karte. Mit Recht zielt der Verf. darauf, die Wikinger aus ihrer Randexistenz zu erlösen und das Gewicht zu betonen, das ihnen zukommt; dazu bedarf es freilich nicht einer Diminuierung Mitteleuropas und seiner Geschichte! Von wenigen sachlichen Fehlern abgesehen ist das Buch gut betreut.

(Franz Fischer, Wissenschaftlicher Literaturanzeiger, 27,2/1988)

Das Britische Museum zeigte 1980 in London die große Ausstellung "Die Wikinger". Damals wurde das Thema in vorzüglichen Katalogen und Anschlußpublikationen aufgegriffen. Logans zunächst in englischer Sprache erschienenes Buch "The Vikings in History" klapperte 1983 nach. Daß der renommierte Reclam Verlag 1987 eine sprachlich ziemlich schwerfällige deutsche Übersetzung nachschob, ist schwer zu verstehen. Wer eine Übersicht über das detailreiche Wissen, das Geschichtswissenschaftr und Archäologie beigebracht haben, erwartet, wird mit konventioneller Darstellung der Wikingerzüge abgespeist. Logan scheint zu verkennen, daß die deutsche Sprache in der europäischen Geschichtsforschung und in der Archäologie immer noch Wissenschaftssprache ist. Wichtigste deutschsprachige Literatur sucht man folglich vergeblich unter den Literaturhinweisen (früher hätte solchen Mangel ein Lektorat wettgemacht ...). Schade um die Zeit, die ich auf die Lektüre dieses Buches verwendet habe. Ein überflüssiges Buch.

(J. R., Archäologie in Deutschland, 1/1989)

Der gelungenen Übersetzung ist eine aktualisierte Bibliographie beigefügt. (...) Die Darstellung ist gut lesbar, aber nicht viel mehr.

(T. R., Deutsches Archiv für Erforschung des Mittelalters, Bd. 2, München, 1990)

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