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N. N.

Zur Ausstellung "... eines der wichtigsten und würdigsten Geschäfte ..."

Hans-Christian Oeser wurde 1950 in Wiesbaden geboren. Er studierte Germanistik, Politologie, Philosophie und Pädagogik an der Philipps-Universität Marburg und an der Freien Universität Berlin. Er begann 1978 während eines Auslandsjahres als Fremdsprachenassistent in Großbritannien mit dem literarischen Übersetzen. Es waren erste Versuche von Gedichtübertragungen, zu denen er aufgrund des „hautnahen“ Kontakts mit der englischen Sprache und einer gewissen kulturellen Öffnung angeregt wurde. Als nach diesen ersten Proben Gedichte von Adrian Mitchell in Zeitschriften abgedruckt wurden, erwachte sein Ehrgeiz, es auch weiterhin mit dieser Kunst zu versuchen.

      Hans-Christian Oeser ging knapp zwei Jahre später als DAAD-Lektor nach Dublin, wo er neben seiner eigentlichen Berufstätigkeit die ersten Prosaübersetzungen anfertigte, aber auch Sachbücher übersetzte. Nach dem Abschluss des dreijährigen Lektorats hielt er sich vorerst mit Unterrichtsverpflichtungen über Wasser, entschloss sich dann aber dazu, den Beruf des Literaturübersetzers ernstlich anzugehen, was aber erst fünf Jahre später gelang. Im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte übersetzte er einhundert Bücher und gab weitere vierzig heraus. Dazu gehören auch aus dem Englischen ins Deutsche und aus dem Deutschen ins Englische übersetzte Gedichtbände.

      Für Hans-Christian Oeser sind Übersetzer Wissenschaftler und Künstler zugleich. „Wissenschaftler sind sie als „Textrezipienten“, als Philologen, die eine genaue Lektüre des ausgangssprachlichen Werkes vornehmen, Künstler als „Textproduzenten“, die ihrerseits ein originales Sprachkunstwerk schaffen, bei dem zwar alle Einzelelemente a priori festgelegt sind (im Falle der erzählenden Prosa etwa Handlung, Schauplatz, Atmosphäre, Figurenpersonal, Themen, Motive und die sprachliche Gestalt, in der all dies ausgedrückt wird), bei der das Vorhaben selbst jedoch (die Wiederholung des Werkes als Wiederholung, literarische Erfahrung, sprachliche Sensibilität) Stilsicherheit usw. erfordert. Der gestalterische Aspekt des Übersetzens beschränkt sich zwar auf das Sprachliche, aber nur in diesem Sprachlichen kann sich das im Original Gestaltete verwirklichen, kann wirken. In der Übersetzung muss das Original „fortleben“ und „nachreifen“ (Walter Benjamin).“

      Hans-Christian Oeser wurde vielfach geehrte und erhielt u. a. den Europäischer Übersetzerpreis Aristeion für Der Schlächterbursche von Patrick McCabe (1997), Buch des Monats der Darmstädter Jury für Der Teppich mit den großen pinkfarbenen Rosen von Maeve Brennan (June 2007); 2009 wurde er für den Preis der Leipziger Buchmesse (Kategorie Übersetzung) nominiert. Er ist u. a. Ehrenmitglied der Irish Translators’ and Interpreters’ Association auf Lebenszeit (2003).​

 

 

(Beteiligung an der Ausstellung "... eines der wichtigsten und würdigsten Geschäfte ...". Literaturpreisträger der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. und ihre Übersetzer in der Galerie im Georgshof in der Geschäftsstelle der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. Hamburg vom 31. März bis 4. Juni 2010)

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