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Ein engagierter Vermittler von Literatur

 

Hans-Christian Oeser, Stipendiat der Calwer Hermann-Hesse-Stiftung, stellt sich am 12. November im Saal Schüz vor

Calw. Seit einigen Wochen lebt Hans-Christian Oeser als 57. Stipendiat der Calwer Hermann-Hesse-Stiftung unter dem Dach des Hesse-Geburtshauses am Marktplatz. Am Sonntag, 12. November, wird sich der Literat ab 11.15 Uhr in einer Matinee im Saal des Hesse-Museums im Gespräch mit Herbert Schnierle-Lutz sowie mit einer Lesung aus von ihm übersetzter Literatur vorstellen.

      Oeser hat seinen Arbeitsschwerpunkt im Übersetzen literarischer Werke, vor allem aus dem Englischen. Er gehört also zu jenen im Hintergrund tätigen Literaturvermittlern, die viel zu wenig im Bewusstsein der Leser sind. Ohne ihre Übersetzungsarbeit ins Deutsche könnten aber die meisten Leser den größten Teil der Weltliteratur, der in anderen Sprachen geschrieben ist, nicht entdecken und lesen.

      Die Matinee am 12. November ist nun eine ausgezeichnete Gelegenheit, sich über die Arbeit und Kunst des Übersetzens zu informieren. Oeser wird gerne Auskunft geben, Fragen beantworten.

      Oeser, 1950 in Wiesbaden geboren und in Kassel zur Schule gegangen, zog nach dem Studium in Marburg und Berlin Anfang der 1980er-Jahre in die irische Hauptstadt Dublin, wo er seitdem einen Wohnsitz hat. Dort wurde er zu einem der renommiertesten deutschen Übersetzer englischsprachiger Literatur. Außerdem veröffentlichte er Reise- und Literaturführer über Dublin sowie Irland.

      Nach nunmehr mehr als 30 Jahren Übersetzertätigkeit kann Oeser einen Schatz von Büchern vorweisen, die er mitgestaltet hat, wie ihn ein Schriftsteller kaum schaffen könnte: Mehr als 200 Bücher vor allem irischer, englischer und amerikanischer Schriftsteller hat er ins Deutsche übertragen. Darunter Werke von so bekannten Schriftstellern wie Ian McEwan, F. Scott Fitzgerald, Oscar Wilde, Mark Twain, Ray Bradbury und William Faulkner.

        Durch seine Vermittlung lassen sich darüber hinaus eine ganze Reihe von Autorinnen entdecken, die größere Aufmerksamkeit verdient hätten, wie Maeve Brennan oder Claire Keegan, aus deren Werk er Kostproben lesen wird.

    Der Eintritt zu der vom Hesse-Zentrum der Stadt Calw organisierten Veranstaltung ist frei.

(Schwarzwälder-Bote, 2. November 2017)

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